Schloss Charlottenhof
Nicht weit von Sanssouci entfernt liegt das kleine Schloss Charlottenhof. Architektonisch gesehen ist es der Mittelpunkt einer prächtigen Parkanlage – die Kenner auch als Preußisches Arkadien bezeichnen.
Das südwestlich von Sanssouci gelegene Schloss Charlottenhof war einst die Sommerresidenz des jugendlichen Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. 1825 schenkte ihm sein Vater, Friedrich Wilhelm III., das gesamte Areal zu Weihnachten. Schon damals stand auf dem Gelände ein kleines Gutshaus.
Friedrich Wilhelm IV. beauftragte daraufhin Peter Joseph Lené und Hermann Sello mit der Umgestaltung der Gartenanlage. Den Umbau des Gutshauses zu einem Schloss legten der König und seine Frau Elisabeth Ludovika von Bayern in die Hände der Architekten Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius. Bis heute zeigt sich die Liebe Friedrichs zu seiner Elisabeth in den blauweißen Fensterläden des Schlosses.
Liebe geht durch den Garten
Der weitläufige Garten mit all seinen verschlungenen Wegen soll den Lauf der Sonne symbolisieren. Wer den spielerisch verwinkelten Pfaden folgt, kommt zunächst in den östlichen Teil des Areals. Hinter dem Rosengarten, der einem Irrgarten gleicht, steht eine alte Laube, die von Pflanzenranken umwuchert wird. Das satte Wiesengrün führt dann zur Sommerresidenz des Prinzen. Das ehemalige Gutshaus wurde von Schinkel liebevoll umgebaut und um eine prachtvolle Terrasse erweitert. Deren große Stufen führen direkt hin zum großen Hippodrom, in dem auf der elliptischen Reitbahn einst Friedrichs Pferde ihre Runden liefen.
Römische Bauten in italienischem Stil
Neben den antikisierenden Bädern veranlasste Friedrich den Bau eines Gartenhauses für den Hofgärtner, eines Gehilfenhauses und eines Teepavillons. Die einzelnen Gebäude spiegeln die Erinnerungen Schinkels an seine Italienreise wieder. Im Innenhof des Gärtnerhauses sind prachtvolle mediterrane Beete mit Mangold, Kapuzinerkresse, Zucchini und Weinranken bepflanzt. Das Gärtnerhaus und das Gärtnergehilfenhaus wurden beide im italienischen Landhausstil errichtet. Der Teepavillon, im Stil eines antiken Tempels führt durch weinberankte Pergolen, Arkaden und Gartenteile zum Römischen Bad. Durch die romantischen Fantasien und Zeichnungen von Friedrich und der Umsetzung von Schinkels Schüler, Ludwig Persius, entstand das antike Bad, in dem nie gebadet wurde. Ein Brunnen spiegelt bis heute den Humor des Italienliebhabers wider. So soll ein Wasser speiender Plattfisch den Prinzen darstellen – der den Spitznamen Butt trug. Durch den Laubengang des Gärtnerhauses gelangt der Besucher in den Gedächtnisgarten. Den ließ Friedrich zu Ehren seiner Eltern und als Dank für die Schenkung errichten. Dort, wo die zwei Büsten von Friedrich III. und seiner Frau Luise stehen, geht die Sonne unter.
Seine romantische Ader und seine große Liebe zu Elisabeth wollte Friedrich Wilhelm IV. mit der Umbenennung zum Elisenhof verkünden. Der Name der ehemaligen Eigentümerin Charlotte von Getzkow ziert jedoch bis heute das Schloss Charlottenhof.
Schloss Charlottenhof
Geschwister-Scholl-Straße 34a
14471 Potsdam
Tel: (0331) 9694228
Mai - Oktober
Dienstag - Sonntag
10.00 – 18.00 Uhr
4 Euro | ermäßigt 3 Euro
nur mit Führung
Kombiticket Charlottenhof und Römische Bäder
5 Euro | ermäßigt 4 Euro
