Park Sanssouci 2 Copyright: CoCupFoto-S. Schulwitz/M. Lessing
Sehenswürdigkeiten | Orangerie

Orangerie Potsdam

Ganz oben auf dem Bornstedter Höhenzug steht Potsdams Orangerie. Hier versuchte Friedrich Wilhelm IV., das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. Heute ist das kleine Schloss vor allem für seine Pflanzenhallen und den Raffaelsaal bekannt.

Mit 304 Metern ist das Orangerieschloss das längste Gebäude im Schlosspark Sanssouci. Ursprünglich als Winterquartier für Friedrich Wilhelms exotische Kübelpflanzen auf dem Bornstedter Höhenzug gebaut, ist hier heute eine Bildergalerie eingerichtet. Diese Galerie war zu jeder Zeit für Besucher zugänglich und gehört bis heute zu den bedeutendsten Museumsräumen Deutschlands. Schon im Winter 1848/49 wurden das Gebiet auf dem Höhenzug planiert und ein Wasserbassin ausgehoben. Vier Jahre später begannen die Bauarbeiten am Mittelbau, die nach Entwürfen römischer Villen wie die der Medici Doria Pamphili errichtet wurde.

Orangerie im Park Sanssouci

Im Jahre 1852 mussten die maroden Gewächshäuser der Orangerie abgerissen und durch eine Neue Orangerie ersetzt werden. Diese entstand nach Skizzen Friedrich Wilhelm IV., die von den Architekten Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse umgesetzt wurden. Friedrich liebte das Neue, Italien und seine Gemahlin. Darum ließ er das Orangerieschloss im italienischen Stil erbauen.
Das Orangerieschloss liegt im Nordosten von Sanssouci. Besonders auffällig ist der terrassierte Südhang. Noch heute führen die Treppen über die drei Terrassenebenen bis zum Orangerieschloss. Hinter der letzten Stufe liegt ein längliches Wasserbassin mit einer Fontäne, und zwischen Bassin und Mittelbau steht die Statue Friedrich Wilhelm IV.

Vor allem die Doppelturmanlage besticht durch den Säulenhof mit Portalbau. Von seinen drei hohen Rundbogenöffnungen stellt das mittlere das Palladiomotiv dar. Auch die zweigeschossige Loggia, die sogenannte Teehalle, spiegelt dieses Motiv wider.

Der Raffaelsaal und die Liebe zur Kunst

Auf dieser Seite führen drei hohe Türen in das Gebäude. Wer dem mittleren Eingang folgt, kommt ins Erdgeschoss. Hier liegt der Raffaelsaal. Friedrich und sein Vater liebten Raffaels Gemälde so sehr, dass sie sich mehr als 48 Kopien an die Wand hängen ließen. Der zweigeschossige Raum ist nach dem Vorbild der Sala regia im Vatikan gestaltet. Das Spiegelgewölbe wird durch ein Oberlichtfenster ausgeleuchtet. Die Wände sind im unteren Bereich mit schwarz-grünem Marmor verkleidet und darüber mit kaminrotem Seidendamast bespannt.

Zar Nikolaus I. und die Orangerie

Vom Raffaelsaal abgehend führt jeweils eine kleine Tür in die Wohnbereiche. Hier logierten Könige aus Italien, Rumänien, und selbst der Schah von Persien soll hier zu Gast gewesen sein. Dass die Orangerie jedoch als Gästezimmer für den russischen Zaren Nikolaus I. und seiner Gemahlin Alexandra Feodorowa hergerichtet wurde, ist ein Irrtum.
Im Osten liegt das Lapislazulizimmer. Seinen Namen erhielt es durch das dominierende Blau der Polsterstühle und die goldverzierten Vorhänge. Wände und Stuckdecke sind mit weißer Holzverkleidung und Goldornamenten verziert. Die großen Säulen, auf denen tanzende Kinder abgebildet sind, teilen den Raum in zwei Hälften.
Das sich anschließende Malachitzimmer wurde als Wohn- und Schlafzimmer genutzt. Die Inneneinrichtung wird durch kaminroten Seidendamast an den Wänden und goldene Verzierungen auf der weißen Holverkleidung bestimmt. Der dunkelgrüne Marmor der Galerie wurde hier ebenfalls eingearbeitet.

Bernsteinzimmer und Orangerie

Auf der westlichen Seite der Orangerie liegt das Bernsteinzimmer. Auch hier wird der Vorraum des Apartments von Säulen mit Korbbogen in zwei Hälften geteilt. Die nördliche Raumhälfte ist abgerundet. Elfenbeinfarbene, mit Goldornamenten verzierte Holzverkleidungen sowie mit Bernstein bestückte Spiegel gaben dem Raum seinen Namen. Das anschließende Boullezimmer war das Arbeits- und Wohnzimmer. Besonders die Ornamente an der Decke sind hier etwas schlichter gehalten. Dafür stehen dort kostbare Möbelstücke aus Elfenbein, Ebenholz und Perlmutt. Das folgende Grüne Schlafzimmer wirkt durch die Blätter- und Blütenornamente im Stil des Rokoko besonders erfrischend und freundlich.

Der grüne Daumen

Die eingeschossigen Pflanzenhallen waren ursprünglich 103 Meter lang und 16 Meter breit. Durch die bodentiefen Sprossenfenster wurde es im Innern besonders warm. Um die ideale Temperatur für die Pflanzen zu schaffen, gibt es unter dem Ziegelfußboden eine Kanalheizung. Diese sorgte für eine konstante Temperatur zwischen 6 und 8 Grad.
Heute zählt die Orangerie mit ihren mehr als 1000 Kübelpflanzen und fast 30 verschiedenen Arten zu den größten in Europa. Die am Ende der Pflanzenhallen gebauten Eckpavillons bilden den Abschluss der obersten Terrassenebene. Von den Aussichtstürmen kann man bis heute den Blick über Sanssouci genießen. In der Turmgalerie organisiert die Schlösserstiftung gelegentlich Sonderausstellungen.

Preise:

Orangerieschloss | Besichtigung nur mit Führung
4 Euro / ermäßigt 3 Euro | nur mit Führung

Orangerieaussichtsturm | Besichtigung ohne Führung
2 Euro | ohne Führung

Informationen
Adresse:

Orangerieschloss
Im Park Sanssouci 4
14469 Potsdam
Tel: (0331) 9694280

Öffnungszeiten:

April
Samstag, Sonntag, Feiertag
10.00 - 18.00 Uhr

Mai - Oktober
Dienstag - Sonntag
10.00 - 18.00 Uhr