Schloss Sanssouci 7 Copyright: CoCupFoto-S. Schulwitz/M. Lessing
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Schloss Sanssouci

Das Potsdamer Schloss Sanssouci ist das Schloss ohne Sorge. Hoch oben auf den Potsdamer Weinbergterrassen ist es umgeben vom wunderschönen Schlosspark Sanssouci. Die Sommerresidenz war ein Lieblingsort Friedrich des Großen und sein wichtigstes Refugium in schweren Zeiten.

Das Schloss Sanssouci ist eines der bekanntesten und beliebtesten Ausflugsziele Potsdams, das jedes Jahr rund eine halbe Million Touristen besuchen.
Dabei ist das Schloss Sanssouci gar nicht der Mittelpunkt der Parkanlage Sanssouci, sondern bildet „nur“ den krönenden Abschluss der Weinberganlage. Die eingeschossige Sommerresidenz von König Friedrich II. erstreckt sich dabei fast über die gesamte Breite der Weinbergterrassen.
Von außen betrachtet hat das Schloss zwei Gesichter. Auf der Gartenseite reihen sich ausgelassene Figuren aneinander. Diese sollen die Gesellschaft Friedrichs darstellen. Auf der Nordseite hingegen dominiert sachliche Strenge. Hier stützen korinthische Pilaster das Gebälk, ein Säulengang umschließt den schmucklosen Ehrenhof und die 88 korinthischen Säulen bilden einen Wandelgang. Der halbovale Mittelbau des Schlosses hingegen lockert die große, lichtdurchflutete Fensterfront auf und überragt leicht das flache Satteldach, das mit vergoldeten Sanssouci-Bronzelettern verziert ist. Die Räume des Schlosses versprühen eine stilvolle Eleganz, fast eine stille Pracht. Besonders sie lassen die Liebe des Königs zur wundervollen Umgebung des Schlossparks Sanssouci erkennen.

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Ein Sommerhäuschen für König Friedrich

Ursprünglich suchte Friedrich nur nach einer geeigneten Sommerresidenz. Ein kleines Wohnschloss sollte es werden. Der Schlosspark Sanssouci schien ihm dafür besonders geeignet. In dieser herrlichen Umgebung wollte er vor allem seinem Interesse für die Kunst nachgehen. Friedrich der Große skizzierte also seine Vorstellungen, gab diese dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und erteilte ihm den Auftrag, ein Schloss im Stil des Rokoko zu errichten. Am 13. Januar 1745 verfügte Friedrich den Bau des „Lust-Hauses zu Potsdam“. Schon am 14. April wurde der Grundstein gelegt.
Nach dem Tod des Alten Fritz zog ins Schloss Sanssouci ein klassizistischer Stil ein. Noch im Jahre seines Todes ließ Friedrich Wilhelm II. die Möbel in Sanssouci austauschen sowie das Arbeits- und Schafzimmer umdekorieren. 1780 bezog Friedrich Wilhelm IV. mit seiner Frau die Gästezimmer und plante gemeinsam mit Ludwig Persius aufgrund der Sanierungsbedürftigkeit den Um- und Anbau von Schloss Sanssouci.

Das Spiegelbild des Alten Fritz

Bei der Raumaufteilung wurde viel Wert auf die Bequemlichkeit gelegt. Das bescheidene Schloss hat zwölf Räume. Nur fünf davon bewohnte Friedrich. Das sogenannte „Maison de plaisance“ ermöglicht es, von den Räumen aus mühelos in den Garten zu gelangen. Im „Appartement double“ konnten die Gäste direkt neben ihren Bediensteten wohnen.
Über den Ehrenhof erreicht man das Vestibül. Zusammen mit dem Marmorsaal bildet dieses den Mittelpunkt des Schlosses. An der Decke ist ein Gemälde von der Göttin Flora und ihren Genien zu sehen, die vom Himmel Blumen herabstreuen. Der Marmorsaal war einst der Festsaal des Schlosses. Als Vorbild diente Knobelsdorff das Pantheon in Rom. In der Mitte des Raumes hebt sich die reich verzierte und lichtdurchflutete Kuppel empor.

Der Sterbesessel Friedrich des Großen

Das Audienzzimmer wurde gleichzeitig als Speisezimmer genutzt. In diesem Raum ließ der Alte Fritz unglaublich viele Gemälde von Malern aus dem 18.Jahrhundert aufhängen. Im Konzertzimmer dagegen dominieren überschwängliche Ornamentformen des Rokoko. Für die Rocaille üblich sind vor allem die S-Kurven und C-Schwünge, die mit den Bildern und Wandspiegeln harmonieren. Noch heute stehen in diesem Raum ein Hammerflügel von Gottfried Silbermann und das Notenpult von Friedrich II.
1786 wurde das Arbeits- und Schlafzimmer Friedrichs des Großen unverschnörkelt und im geraden Stil des Klassizismus umgestaltet. Die grüne Wandbespannung aus Seide ziert das Zimmer noch immer. Allein die goldenen Holzschnitzarbeiten wurden entfernt. Auch Friedrichs Sterbesessel, sein Schreibtisch, Portraits sowie Möbelstücke aus friderizianischer Zeit sind bis heute erhalten.

Bücher, Gemälde und Affen für die Gäste

In der runden Bibliothek des Alten Fritz stehen mehr als 2000 Bücher, angefangen von griechischen und römischen Dichtungen in französischer Übersetzung bis hin zu französischer Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts. Die großen Zedernholzschränke mit goldfarbenen Ornamenten der Rocaille vermitteln eine ruhige Atmosphäre. Friedrich Wilhelm II., der auch „Philosoph von Sanssouci“ genannt wurde, zog sich gern hierher zurück.
Historiker haben die Vermutung, dass der Philosoph Voltaire und der Graf von Rothenburg häufiger auf Schloss Sanssouci zu Gast waren. Zwei der fünf Gästezimmer sind nach ihnen benannt. Vor allem das Voltairezimmer ist auffällig gestaltet. Die Wände sind mit Holzschnitzereien von Kranichen, Störchen, Früchten, Affen und Blumengirlanden verziert. Darum wird dieses Zimmer häufig auch Blumenkammer genannt.
Nach dem Tod des letzten königlichen Bewohners wurde Sanssouci in die Obhut der preußischen Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten übergeben. Seither ist die gesamte Anlage öffentlich zugänglich.

Informationen
Adresse:

Schloss Sanssouci
Maulbeerallee
14469 Potsdam

Öffnungszeiten:

April - Oktober
Dienstag - Sonntag
10.00 – 18.00 Uhr

November - März
Dienstag - Sonntag
10.00 – 17.00 Uhr

Eintritt:

April - Oktober
12 Euro | ermäßigt 8 Euro
nur mit Führung

November - März
8 Euro | ermäßigt 5 Euro
nur mit Führung

Damenflügel
2 Euro | ohne Führung 1,50 Euro

Schlossküche
2 Euro | ohne Führung 1,50 Euro