Gliniecker Brücke 01 Copyright: CoCupFoto-S. Schulwitz/M. Lessing
Sehenswürdigkeiten | Glienicker Brücke

Glienicker Brücke Potsdam-Berlin

Im 17. Jahrhundert als Holzbrücke und Verbindung zwischen Potsdam und Berlin erbaut, kam der stählerne Nachkomme der Glienicker Brücke während des Kalten Krieges zu sehr zweifelhaftem Ruhm. 1949 nach dem Vorbild von 1907 erbaut und feierlich als Brücke der Einheit eröffnet, sollte sie das Land doch lange Zeit teilen.

Schon Alexander von Humboldt soll behauptet haben, der Blick von der Glienicker sei einer der schönsten der Welt. Auf der einen Seite der Jungfernsee, der Volkspark Klein-Glienicke, der Königswald und die Sacrower Heilandskirche, auf der anderen die Glienicker Lake, der Tiefe See und der Park Babelsberg – sattgrüne Parkanlagen, dunkle Wälder und blaues Wasser so weit das Auge reicht.
Optisch eher unscheinbar war das stählerne Verbindungsstück zwischen Potsdam und Berlin Schauplatz des Kalten Krieges und ist, abgesehen von der grandiosen Aussicht, ein Symbol der deutschen Teilung. Noch heute sind auf dem Asphalt Reste der Grenzlinie zu erkennen.

Agentenaustausch an der Zonengrenze

Seit dem 17. Jahrhundert verband die Glienicker Bücke Potsdam und Berlin, doch das sollte nach dem Mauerbau ganz anders werden. Mitten auf der Brücke verlief die Grenze zwischen Ost und West, dabei war der Neubau noch 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg als Brücke der Einheit wieder eröffnet worden.
Da die Brücke sehr abgeschieden lag und nur mit Sondergenehmigung betreten werden durfte, eignete sie sich hervorragend für den Austausch enttarnter Spione. Hier konnte man das Geschehen auf der Brücke aus geschützten Verstecken gut beobachten. Dreimal in der Geschichte der DDR und BRD wurde die Brücke so zum Ort eines solchen Agententransfers. Während die ersten beiden Aktionen 1962 und 1985 noch unter strengster Geheimhaltung stattfanden, war der Austausch von 1986 in den Medien der Westmächte vorher öffentlich angekündigt und wurde dort ausführlich diskutiert. In der DDR dagegen gab es dazu lediglich ein paar Zeilen in der Zeitung Neues Deutschland, dem damaligen Zentralorgan der SED.
Einen Tag nach dem Mauerfall, seit dem 10. November 1989, ist die Glienicker Brücke wieder für jedermann zugänglich und besticht mit ihrem wunderbaren Rundumblick über die weite Havellandschaft. Unterschiedliche Grüntöne der beiden Brückenhälften zeigen die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Berlin. Sie gehört seit 1990 zusammen mit dem sie umgebenden Landschafts- und Gebäudeensemble zum Weltkulturerbe der Unesco.

Die Abkürzung ins Jagdrevier

Bereits um 1660/63 wurde die erste Glienicker Brücke unter dem großen Kurfürsten erbaut. Zunächst schlicht, nur 300 Schritte lang und aus Holz, diente sie lange Zeit Königen und Kurfürsten als Abkürzung in ihr Jagdrevier. Nachdem eine tägliche Postwagenverbindung eingerichtet wurde und auch der Verkehr zu Wasser drastisch anstieg, musste 1777 eine neue, breitere Holzbrücke gebaut werden. Diese hatte zudem in der Mitte eine Zugbrücke, damit auch größere Schiffe vorbeifahren konnten. Nach einem weiteren Vorgängermodell aus Stein, von Karl Friedrich Schinkel entworfen und erbaut, folgte 1907 die erste Eisen-Stahl-Konstruktion. Diese wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs komplett zerstört, diente aber als Vorlage für die heutige Glienicker Brücke.

Informationen
Adresse:

Glienicker Brücke
14467 Potsdam