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Filmmuseum Potsdam

Ursprünglich wurde der Marstall am Lustgarten als Orangerie für exotische Pflanzen gebaut. Doch schon wenige Jahre später waren in seinen Hallen die königlichen Reitpferde untergebracht. Heute ist hier das Filmmuseum Potsdam zuhause und zeigt eine einmalige Ausstellung über das Sandmännchen und die Geschichte des Filmstudios Babelsberg.

Das Filmmuseum in Potsdam lockt wahrlich mit Superlativen: Es ist das älteste Filmmuseum Deutschlands, untergebracht im ältesten erhaltenen Bauwerk Potsdams und verzaubert mit einer Ausstellung über das älteste Filmstudio Europas, das Filmstudio Babelsberg. Doch nicht nur das! Eine einzigartige Sammlung mit mehr als einer Million Originalen wie Fotos, Kostümen, Requisiten, Drehbüchern und Filmausschnitten gibt einen Einblick in die bewegte Vergangenheit des Filmstudios und kann nach Anmeldung besichtigt werden.

Sandmännchen trifft Königin Luise

In der ständigen Ausstellung „Babelsberg – Geschichte einer Filmstadt“ können nicht nur das T-Shirt aus „Paul und Paula“ (1973) oder die Schulbank aus Heinz Rühmanns „Die Feuerzangenbowle“ (1944) bewundert werden. Das Filmmuseum Potsdam gibt auch Einblicke in das Leben der Menschen vor und hinter der Kamera, wie zum Beispiel Manfred Krug, Marlene Dietrich, Brad Pitt oder Roman Polanski. Außerdem beleuchtet es den Einfluss zeitgenössischer Politik auf Filmproduktionen. Wechselnde Sonderausstellungen, wie „Der Sandmann auf Reisen“, sind dabei nicht nur für Kinder konzipiert. Auch die Eltern dürfen noch einmal durch magische Fernrohre spähen, neue Kleider oder Fahrzeuge für das Sandmännchen entwerfen oder einfach nur im Angesicht des bärtigen Mannes in ihren eigenen Kindheitserinnerungen schwelgen. Echte Träumer lassen sich direkt in eine der Kuschelblüten sinken und lauschen den Hörspielen und Klängen aus dem Traumland.

Über allem spielt die Welte-Orgel

Neu ist die Sonderausstellung „Luise – Königin der Herzen“, die sich mit der Rezeption der beliebten Königin in unterschiedlichen Filmen und Epochen beschäftigt. Mal mütterlich, mal leidend, mal flotte Emanze – so verschieden die Darstellung der Luise auch war, eins ist klar: Als Königin wurde sie geliebt und verklärt wie keine zweite.
Etwas ganz Besonderes sind die Filmvorführungen im nachtblauen Saal, in dem internationale Filme, Klassiker und neue Produktionen gezeigt werden. Vor allem die Stummfilmabende, musikalisch begleitet von der 1929 erbauten Welte-Orgel, sind ein Erlebnis, denn die Orgel macht nicht nur Musik, sondern auch Geräusche.

Früher Pferdestall, heute Filmmuseum

Während heute in den Räumen des alten Marstalls die Welte-Orgel erklingt, wieherten hier früher die Pferde. Kurfürst Friederich Wilhelm I. ließ den Marstall im Jahre 1685 zunächst als Orangerie am Stadtschloss für die Überwinterung exotischer Pflanzen errichten. Doch nachdem der nahegelegene Lustgarten unter König Friedrich Wilhelm I. zu einem Exerzier- und Paradeplatz umfunktioniert wurde, mussten die Pflanzen weichen – und es zogen ab 1715 die königlichen Reitpferde ein.
Im Jahre 1746 wurde der Marstall mithilfe des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff zu einem lang gestreckten Gebäude in hellem Ocker und Rotbraun, verziert mit imposanten Sandsteinskulpturen, umgebaut und erweitert. Diese Skulpturen und Pferdeplastiken, geschaffen vom Bildhauer Friedrich Christian Glume, schmücken noch heute die Eingänge.
Durch schwere Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg am Dach und den Figuren sollte der Marstall in den 60er Jahren abgerissen werden. Erst durch die Idee, darin ein Filmmuseum einzurichten, wurde dieser Gedanke verworfen und das Gebäude von 1977 bis 1980 aufwendig rekonstruiert.
Seit 1981 logiert nun das älteste Filmmuseum Deutschlands im ehemaligen Marstall und begeistert mit seiner ständigen Ausstellung über das Filmstudio Babelsberg, aber auch mit seinen Sonderausstellungen wie dem Sandmännchen und Königin Luise.

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Informationen
Adresse:

Filmmuseum
Marstall am Lustgarten
(Breite Straße 1a)
14467 Potsdam

Öffnungszeiten:

Museum
täglich 10.00 – 18.00 Uhr
(Sammlungen nach Anmeldung)

Kino
täglich ab 18.00 Uhr

Kinderkino
Mittwoch, Samstag, Sonntag nachmittags

Filmcafé
Dienstag – Sonntag
12.00 – 24.00 Uhr

Eintritt:

2,50 Euro - 4,50 Euro