Schlosspark Babelsberg
Hügeliges Gelände und flache Ebenen umringen das Babelsberger Havelufer. Inmitten dieser Landschaft liegt das Schloss Babelsberg. Im königlichen Forst wo einst Bauern ihre Tiere tränkten, entstand ein Landschaftskunstwerk – das Schloss Babelsberg und der Babelsberger Park.
Der Potsdamer Schlosspark Babelsberg ist einer der größten zusammenhängenden Grünanlagen der Stadt. Schon im Jahr 1833 erteile der sonst so sparsame König Friedrich Wilhelm II. seinem Sohn die Erlaubnis, einen Garten anzulegen. Noch im selben Jahr bekam Karl Friedrich Schinkel den Auftrag, ein Schloss für den Park zu planen. Prinz Wilhelm war dankbar für die Erlaubnis seines Vaters und machte sich zusammen mit seiner Frau Augusta daran, gemeinsam mit Peter Joseph Lenné den 124 Hektar großen Babelsberger Park zu planen. Doch Augusta und der preußische Gartenkünstler stritten so erbittert über die Gestaltung der Grünanlage, dass Lenné seine Arbeit frühzeitig beendete und Hermann von Pückler-Muskau die Gestaltung des Parks übernahm.
Zusammenspiel von Kunst und Landschaft
Das Babelsberger Schloss ist der architektonische Mittelpunkt der Gartenanlage. Augusta selbst hatte die Entwürfe gezeichnet, Schinkel, Persius und Strack übernahmen die Gestaltung und verwirklichten Friedrichs und Augustas Träume und Vorstellungen. Im Jahr 1849 vollendete Strack das Gebäude allein, da seine Mitstreiter verstorben waren. Das Schloss versprüht noch heute einen romantischen Charme, der vor allem durch die malerischen Rosengärten, Terrassen und Blumengärten nach englischem Vorbild hervorgehoben wird. Pückler-Muskau wollte ganz bewusst die Grenze zwischen Natur und Kunst darstellen. Darum ließ er um das Schloss herum vor allem große und exotische Pflanzen einsetzen.
Entdeckungen auf stummen Pfaden
Noch heute führt eine Rosentreppe die Besucher zu einem kleinen Uferweg an der Havel. Wer diesem folgt, gelangt zu einem weißen Schloss, dem früheren Gartenhaus. Oberhalb dieses Schlosses steht der Marstall. Dieser wurde zwischen 1834 und 39 von Eduard Gebhardt erbaut. In dem schlicht verzierten, hufeisenförmigen Gebäude wurden Pferde und Kutschen untergestellt. Von diesem Punkt aus lässt sich die Lenné-Höhe bewundern. Zurzeit des Königs diente sie als Gerichtslaube. Noch heute weist ein Mittelpfeiler als Symbol für die Eiche auf offene Gerichtsverhandlungen hin. Hinter den gotischen Fensteröffnungen des roten Backsteingebäudes war das Teezimmer des Königs. Malerisch am Ufer gelegen ziert auch heute noch das Matrosenhaus den Park. Hier lebte Friedrichs Bootswart.
Wasser für Schloss Sanssouci
Am ehemaligen Haupteingang des Parks liegt das 1862 von Persius erbaute Dampfmaschinenhaus. Dies sollte ausreichend Wasser für die Fontänen, Wasserfälle und Pflanzen des Schlossparks liefern. Da Friedrich der Große viel Wert darauf legte, sein Anwesen gut zu überschauen, gibt es im südlichen Teil des Parks einen Aussichtsturm, den sogenannten Flatowturm. Dieser diente dem König auch als Arbeitszimmer, in dem er lieb gewordene Erinnerungsstücke und Kunst aufbewahrte.
Ein stolzer König
Friedrich war sehr stolz auf Preußen, und obwohl das Geld sehr knapp war, sind im ganzen Park Bauten zu finden, die die kriegerischen Siege Preußens widerspiegeln. So steht die Siegessäule auf der Viktoriahöhe von 1866 für den Sieg Preußens über Österreich. Und auch auf der Rückseite des Schlosses sind die Voltaire Terrassen und das Michaelsdenkmal. Das Michaelsdenkmal mit seinem Erzengel und dem Drachen soll an die gefallenen Soldaten von dem Badischen Aufstand 1848 erinnern. Doch nach Friedrichs Tod im Jahre 1888 gerieten nicht nur die Siege Preußens in Vergessenheit, auch der Park wurde wenig beachtet. Erst 1926 übernahm die Schlösserverwaltung den Park und hält diesen bis heute instand.
Park Babelsberg
14482 Potsdam
April - Oktober
Dienstag - Sonntag
10.00 - 18.00 Uhr
4 Euro | ermäßigt 3,50 Euro
mit Führung
3 Euro | 2,50 Euro
ohne Führung
